Die 44ste Vogalonga

Pünktlich um neun Uhr am Pfingstsonntag wurde der Startschuss über dem Bacino di S. Marco für die 44ste Vogalonga abgegeben. Der lautstarke Böller hinterließ ein zartes Wölkchen vor einem ansonsten strahlend blauen Himmel! Die Wetterbedingungen waren ideal, es war nicht zu windig und nicht zu heiß. In der Lagune drängten sich die Boote, etliche Manöver waren nötig, um Zusammenstösse zu vermeiden. Am Ufer herrschte Volksfeststimmung, Fernsehkameras waren aufgebaut, Angehörige hielten  nach ihren „Booten“ Ausschau, und es herrschte ein lautstarkes Stimmengewirr. Südeuropäisches Temperament der feinsten Art!

Wir sahen uns das Einlaufen der Boote unmittelbar vor der Rialtobrücke an. Der Standort ist ideal, weil viele Boote der Rialtobrücke ihre Ehre erweisen, indem sie ihre Ruder zu einem Salut hochheben, was zum frenetischem  Jubel der Zuschauer führt. Was muss das für ein unvergleichliches Erlebnis für die Teilnehmer sein! Meine Hände wurden ganz rot vor lauter Klatschen! Wir hatten es uns an der Uferbefestigung auf dem Boden gemütlich gemacht und wippten mit unseren Füssen direkt über dem Canal Grande. Nur die Fotos musste dieses Mal Dieter machen, weil ich Angst hatte, das Gleichgewicht zu verlieren und in den Kanal zu fallen!

Vorfreude auf die Vogalonga

Traditionell findet am Pfingstsonntag die Vogalonga statt. Die Vogalonga (das lange Ruder) war ursprünglich eine Protestveranstaltung gegen die von den vielen Motorbooten erzeugte Wellenbewegung, die gefährlich für die Stadt und die Lagune sind. Ein Zeichen des Protestes auch heute noch, aber inzwischen auch ein friedlicher Wettbewerb für Ruder- und Paddelamateure aus der ganzen Welt. Tausende von Ruderen mit Kanus, Kajaks und Drachenbooten, teilweise kostümiert, nehmen an dem ca. 30 Kilometer langen Parcours durch Venedig und die Lagune teil. Zugelassen sind nur Boote, die von Muskelkraft gesteuert werden. Höhepunkt ist die Fahrt durch den Canal Grande, wo das Einlaufen der Boote von vielen Zuschauern begeistert gefeiert wird. Der öffentliche Schiffsverkehr ruht während des Wettbewerbs. Viele Informationen zur Vogalonga findet man unter www.vogalonga.com.

Ich freue mich schon sehr auf das Spektakel und werde insbesondere die Frauenboote anfeuern!

 

La Cucina di Angela

Zu den Vorzügen unserer Wohnung gehört die gut ausgerüstete Küche, sodass wir nur wenige Dinge wie scharfe Messer, ein Bratenthermometer und einen Krups Dreimix (für die selber gerührte  Mayonnaise!) mitbringen müssen. Nicht ohne Grund reizen wir die 23 Kilo Fluggebäck bis zum Äußersten aus! Und seitdem unsere amerikanischen Freunde mir bei ihrem Besuch in Venedig im letzten Jahr eine venezianische Schürze geschenkt haben, bin ich auch in der Hinsicht perfekt!

So können wir uns genussvoll einer unserer Lieblingsbeschäftigungen widmen, dem Einkaufen von Lebensmitteln und der Entscheidung,was wir am Abend kochen sollen. Zwar verdrängen auch in Venedig die Supermärkte immer mehr die kleinen Lebensmittelhändler. So mussten wir betrübt feststellen, dass die Salat-Händlerin unseres Vertrauens ihren Laden geschlossen hat, aber insbesondere auf der Guidecca gibt es sie noch, die winzig kleinen Läden, die gute Qualität zu fairen Preisen anbieten und die Kochrezepte gleich mitliefern. Man muss nur etwas Geduld haben, denn ein kleiner Schwatz gehõrt immer dazu. Auch wenn wir kein italienisch sprechen, ich habe immer verstanden, worauf es ankommt. „Aqua blubblubb“ ist doch eindeutig oder? Und so wären wir sehr enttäuscht, wenn wir die Metzgerei und den Fischhändler nicht mehr auf der Guidecca vorfinden würden.

Gestern gab es gebratene Jakobsmuscheln und eine von Dieter liebevoll vorbereitete Dorade, beides sehr delikat!

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Gestern Abend …

…konnte man am Canale della Guidecca einem ungewohnten Manöver zuschauen. Durch den Kanal laufen die Kreuzfahrtschiffe, gezogen von Schleppern, in den Hafen ein und auch wieder aus. Und das natürlich mitten durch die Stadt! Gestern Abend verliess ein TUI-Kreuzfahrtschiff den Hafen, wurde zunächst immer langsamer, bis es schließlich in Höhe der Vaporetto- Station Palanca zum Erliegen kam. Ein dritter Schlepper wurde zur Unterstützung herangezogen, und das Schiff musste langsam rückwärts wieder in den Hafen bugsiert werden. Es sah waghalsig und gefährlich aus, zumal man zunaechst den Eindruck hatte, als ob das Schiff wenden wuerde. Und das auf dem engen Kanal! Ein besonderes Erlebnis sicherlich nicht nur für die Passagiere an Bord, sondern auch für die Menschen auf den anliegenden Kais, die zusammenströmten, um sich diese Sensation nicht entgehen zu lassen. Heute Morgen lag das Schiff noch im Hafen, aber mittlerweile scheint es ausgelaufen zu sein.

Bis keine Kreuzfahrtschiffe mehr in Venedig einlaufen, wird es noch eine ganze Weile dauern. Bislang wurden nur Absichtserklärungen ausgesprochen …

 

 

Cantina Do Spade

Auch wenn das „Do Spade“ längst kein Geheimtipp mehr ist, ein Besuch ist immer noch ein Erlebnis. Es ist laut, fröhlich, ständig werden Platten mit Koestlichkeiten aus der Küche nach vorne gereicht. Dazwischen wuselt der Chef herum, dem man seine Liebe zum gutem Essen deutlich ansieht! Die Preise sind sehr moderat, und das Personal ist ungemein freundlich. „Cantina Do Spade“ weiterlesen